Wie unterstützt mich Libri beim Gründen einer Buchhandlung, Sibylle Heyn?

Sibylle Heyn ist im Vertrieb die erste Ansprechpartnerin, wenn es um Gründung geht. Ihr breites Wissen gibt sie in Libri-Seminaren weiter. Im Interview erzählt sie, wie Libri Gründer*innen zur Seite steht.

4. Mai 2021 Lesedauer 3 min 0

Sibylle, du bist seit Jahren Referentin in unseren Gründungsseminaren und bereitest gemeinsam mit Dr. Klaus-W. Bramann (Verleger, Dozent, Berater) Gründer*innen auf die Eröffnung ihrer eigenen Buchhandlung vor. Was sind für dich die schönsten Momente in diesen Seminaren?

Wenn die Seminarstunden vorbei sind und die Teilnehmenden immer noch einen wachen Eindruck machen. Nein, im Ernst. Das Feedback ist das Schönste und wir bekommen regelmäßig die Rückmeldung, dass der Tag für alle eine echte Bereicherung war.

Was sind aus deiner Sicht die wichtigsten Aspekte, die man beachten muss, wenn man eine Buchhandlung gründen möchte?

Zu allererst natürlich die Lage des Geschäfts, die ist und bleibt ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Dann braucht es aber vor allem ein Konzept, das trägt. Das sowohl den eigenen Wunsch nach einer erfüllenden Tätigkeit mit Büchern befriedigt als auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür beinhaltet. Sprich, die Fragen beantwortet: Warum sollen die Menschen bei mir kaufen? Welche Bedürfnisse muss ich erfüllen, damit Kunden immer wieder zu mir kommen?

Das ist der springende Punkt heutzutage, es geht bei einem stationären Geschäft immer mehr darum, einen Ort zu schaffen, an den Menschen gerne kommen, weil sie dort Inspiration und Ansprache oder Unterstützung für sich finden.

 

Sibylle ist langjährige Mitarbeiterin im Libri-Außendienst in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz und Ansprechpartnerin für Gründer*innen.

Unterstützung ist ein gutes Stichwort – wo finden Gründerinnen und Gründer Informationen zum Thema Gründung und wie kann Libri sie bei ihrem Vorhaben unterstützen?

Der Libri Außendienst, also meine Kolleg*innen und ich, sind immer eine gute Anlaufstelle. Wir kennen uns in der Region aus und wissen unter Umständen, wer in der Gegend verkaufen möchte. Dazu kommen die vielfältigen Libri-Dienstleistungen, die das Buchhändlerleben erleichtern. Auch der Börsenverein und die Landesverbände bieten auf ihren Websites Unterstützung an. Hier ist vor allem diese Seite interessant. Dort sind auch Buchhandlungen zu finden, die eine Nachfolge suchen. Eine gute Option, wenn man ein nicht zu spezielles Konzept hat.

Ein weiterer guter Ansprechpartner ist die eBuch-Genossenschaft mit ihrem Einkaufsmodell Anabel.

Hast du eine Gründungsgeschichte, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Eine Lieblingsgeschichte ist die von zwei jungen Buchhändlerinnen, die unbedingt eine Ladenfläche haben wollten, deren Mietpreis einfach zu hoch für sie war. Sie hatten den Mut, dies bei der Hauseigentümerin offen anzusprechen. Und sie hatten das Glück, dass diese von der Vorstellung angetan war, eine Buchhandlung in ihrem Haus zu haben. Sie haben sich auf eine umsatzabhängige Miete geeinigt. Die Idee dazu hatte ihren Ursprung in unserem Gründerworkshop. Dort hatte Klaus Bramann erklärt, dass die Miete besser nicht 5% des Umsatzes übersteigen sollte. Darauf hat sich die Hauseigentümerin eingelassen und mittlerweile bekommt sie auch die Miete in der Höhe, die sie ursprünglich im Sinn hatte – denn die Buchhandlung ist ein voller Erfolg geworden. Die gute Lage hat es möglich gemacht!

Was ist dein Rat für alle, die mit dem Gedanken spielen, eine Buchhandlung zu gründen?

Mutig sein und die richtige Gelegenheit beim Schopf packen. Das heißt im Umkehrschluss, es nicht zu tun, wenn es zu viele Widrigkeiten und Unwägbarkeiten gibt. Denn eins ist klar: Buchhändlerin oder Buchhändler zu sein, ist ein Traumberuf, der viel Engagement erfordert und nicht reich macht – außer im Inneren.


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